Hintergrundinformation
Nach den grundlegenden Vermessungsarbeiten an den Himalaya-Gipfeln durch die British India Survey Mitte des 19. Jahrhunderts wurden der Kachenjunga und Dhawlagiri sowie der Mt. Everest (1904, 1954, 1975, 1992) in diesem Jahrhundert immer wieder neu vermessen.
Und schon 1998 folgte ein weiteres Team! Hier ein Artikel aus dem REPORTER über die grosse internationale Mt. Everest Messkampagne 1992 und die Neuvermessung des K2 im Jahre 1996. Beeindruckend bleibt bei diesem 150jährigen Jubiläum die grossartige Leistung der damaligen Vermesser unter George Everest und Andrew Waught.
Doch ganz anders als beim Mt. Everest präsentiert sich die Situation beim zweithöchsten Berg der Erde: für die Höhe des K2 interessierte sich 1986, nach über 120 Jahren, erst wieder George Wallerstein. Mit der Vermutung, der K2 sei sogar höher als der Mt. Everest, löste er bei Fachleuten Verwunderung und im internationalen Blätterwald einen richtig gehenden Überraschungssturm aus. Bereits durch die anschliessend von Alessandro Caporali zusammen mit Ardito Desio erfolgte Nachmessung wurde diese Vermutung widerlegt. Mit den Berichten über die hier dargestellte Forschungsexpedition von Professor Giorgio Poretti, wissenschaftlicher Leiter der grossen Mt. Everest- und K2-Neuvermessungen, wird diese Annahme ebenso als nicht länger haltbar nachgewiesen. Der K2 bleibt im Schatten des Mt. Everest!
Neueste Messungen
Als Alessandro Caporali und Ardito Desio 1986 die K2-Höhe neu bestimmten, kamen auch an diesem Berg erstmals GPS-Systeme (WM 101) und Laser-Distanzmessgeräte zum Einsatz. Leica-Totalstationen TC2000 wurden auf die schneebedeckte Gipfelspitze gerichtet. Caporalis Messungen erfolgten vom Concordia-Punkt aus einer Entfernung von rund 15 Kilometern. Die auf das Ellipsoid bezogene Höhe betrug 8579 Meter und die vom globalen Geoid abgezogene Geoid/Ellipsoid-Separation von -37 Metern ergab eine Höhe des K2 von 8616 Metern.
Im Jahr 1996 überprüfte eine vom Autor des REPORTER-Artikels geleitete Forschungs-Expedition mit modernen und und bei der Everest-Neuvermessung erprobten Konzepten und Ausrüstungen diese Höhenangabe. Das Basisnetz für die Vermessung des K2 bestand aus einem Dreieck mit zwei Punkten (C und E) auf gewachsenem Fels und einem Punkt (G) auf der Gletschermoräne. Um die Fliessgeschwindigkeit des Godwin-Austen-Gletschers genau zu bestimmen, wurde ein spezielles Vermessungsprojekt gestartet und dessen Resultate integriert. Der Punkt G war mit einem 98 km Kilometer entfernten Anschlusspunkt beim "K2 Motel" in Skardu verknüpft. Dieser Punkt wiederum wurde später über einem trigonometrischen Basispunkt (TR), der sich im Fels über der Skardu-Festung befindet, an das nationale pakistanische Höhennetz angeschlossen.
Der Geological Survey of Pakistan stellte die Koordinaten dieses Triangulationspunktes zur Verfügung, womit die Ellipsoid-Höhe des Punktes am K2-Motel mit 2222,583 m berechnet werden konnte. Eine dreissigstündige GPS-Messung schuf die Verbindung zwischen dem K2-Motel und dem beim K2-Basislager eingerichteten G-Punkt mit einer Höhe von 4934,338 Metern. Die durchschnittliche Höhendifferenz zwischen dem Basislager-Triangulationsnetz und dem Gipfel betrug 3656,920 Meter, was in Bezug auf das Ellipsoid für den Gipfel zu einer Höhe von 8591,258 Metern führte.
Berücksichtigt man die Schneehöhe von 2,22 Meter und die Ellipsoid/Geoid-Differenz von 25,23 Meter gemäss dem NASA/DMA 1996 Global Geoid, dann kann die Gipfelhöhe (Fels) des K2 mit 8614,27 ± 0,6 m. ü.M. berechnet werden!
Resultate der K2 Messkampagne 1996
Skardu K2 Motel 2222,583 ± 0,3
Basislager für G-Punkt 2711,755
G-Punkt bis Gipfel 3656,920
K2 Ellipsoid-Höhe 8591,258 (Schneedatum)
Ellipsoid/Geoid-Differenz 25,23
Schneehöhe 2,22
Höhe 8614,27 ± 0,6 ü.M.
Alle Angaben in Metern.